Geschichte

Der ZKM Verlag

 

  1. Vorspann 

ZKM (Zürcher Kantonale Mittelstufenkonferenz; seit 2016 Zürcher Kantonale Mittelstufe)

ist ein Verein, bestehend aus zwei Teilen:

  1. ein nicht kommerzieller Teil mit gewerkschaftlichen Aufgaben, genannt «Verband» 
  1. ein kommerzieller Teil mit verlegerischen Aufgaben, genannt «Verlag» (= Lehrmittelverlag)

 

Rechtsform: Verein

 

  1. Geschichte

          2.1. ZKM

Sie wurde 1925 von einigen Lehrpersonen als Selbsthilfe-Organisation gegründet.

Ziel: Den Einzelkämpfer mehr in Teams einbinden, ihn aus dem Einzelkämpfertum herauszuholen und gemeinsam bessere Arbeitsbedingungen für Alle herauszuholen und gemeinsam Lehrmittel zu generieren.

So rief sie am 5. September 1925 zur Gründungsversammlung im Schulhaus Hirschgraben in Zürich auf. Dort wurde die Vertretung als Verein gegründet und die Chargen verteilt. Thema der Gründungsversammlung war eine Stellungnahme zum neuen Lehrplan und die Beurteilung eines neuen Gesangslehrmittels.

Dieser Gründungsakt zeigt, wie unorganisiert die Lehrperson bisher gewesen waren. An diesem Tag haben sie sich zum ersten Mal eine öffentlich wahrnehmbare Stimme gegeben, eine Stimme für vorerst 150 Mitglieder.

In den ersten Jahren waren die herausragenden Themen, welche es zu bearbeiten galt, die Inkompetenz weiter Teile der Schülerschaft im Bereich der Orthographie (man höre!!!), der neue Lehrplan mit der Reorganisation des Rechenunterrichtes, die Prüfungsaufgaben zur Aufnahmeprüfung an die Gymnasien.

Zudem zeigte sich im Laufe der Zeit die immer grössere Unzufriedenheit mit den wenigen vorhandenen Lehrmitteln, weshalb man 1931 beschloss, eigene Lehrmittel herauszugeben. Damit war der Vorläufer eines eigentlichen Verlags gegründet. Vorerst geschah dies im Rahmen des Vorstandes. Bald kam die Einsicht auf, dass man einen eigenen Ausschuss für die Lehrmittel brauchte.

So hatte man ab dann zwei Standbeine: Einen Vorstand für «gewerkschaftliche Anliegen» und einen Ausschuss für das Herausgeben von Schulbüchern aufgrund der unbefriedigenden Situation auf diesem Sektor. Während der Verband sich bald einer grossen Verankerung mit in den besten Zeiten 1400 Mitgliedern erfreute, machte der Verlag eine eigene Entwicklung durch. Heute zählt der Verband noch rund 650 Mitglieder und verliert zusehends an Einfluss, da der übergeordnete Verband, der Zürcher Lehrerverband (ZLV), immer mehr die Meinungsführerschaft übernimmt.

      2.2. Verlag 

Aus dem Selbsthilfe-Gedanken heraus entstand der kleine Lehrmittelverlag, in Selbstregie geführt von Lehrpersonen. Auch wollten die Gründer, dass die Lehrpersonen künftig nicht mehr im stillen Kämmerlein alle Vorbereitungen treffen sollten oder sich nach den «obrigkeitlichen Vorgaben» zu richten hatten. Schon bald fand der ZKM Verlag regen Zuspruch.

Daneben bestand der allmächtige staatliche kantonale Lehrmittelverlag (gegründet schon 1851, als erster staatlicher Verlag der Schweiz). Er konnte einfach Vorschriften ohne Rückfragen bei den Lehrpersonen erlassen.

Der ZKM Verlag schrieb sich (und schreibt sich noch heute) den folgenden Slogan aufs Banner:

«Lehrpersonen schreiben für Lehrpersonen»,

das heisst, die Lehrmittel sollen sehr praxisnah (im Gegensatz zu den zum Teil verwissenschaftlichten staatlichen) sein, ohne Umschweife sofort im Unterricht einsetzbar.

Bald schon begann in den 1940er Jahren eine florierende Zeit für den Kleinverlag.

Noch gab es keine Kopiermaschinen, mit denen man billig Bücher ins Unendliche reproduzieren konnte. Die Hefte wurden klassensatzweise gekauft, es konnten grosse Auflagen gedruckt werden, was den Einzelpreis günstig machte.

Am 27. August 1969 konstituierte sich ein Verlagsausschuss. Er entfaltete von Anfang an eine rege Tätigkeit und setzte frische Impulse. Neue Projekte machten bald das Beschreiten völlig anderer Wege nötig und führten zu einer stürmischen Entwicklung des Verlages.

Neue Wege wurden in der Werbung beschritten, indem die neu herausgegebenen Turnlektionen mittels eines Subskriptionsangebotes gesamtschweizerisch propagiert wurden. Der Wagemut wurde reich belohnt, wurde das Werk doch sehr gut aufgenommen; und dies gesamtschweizerisch! Damit wurde auch eine Phase der grossen Prosperität eingeläutet: der Verlag entwickelte sich dermassen prächtig, dass man den Schritt zu einer eigentlichen Verlagsleitung wagte. Ab 1991 wurden viele neue Titel unter einer halbprofessionellen Führung generiert. Man setzte zu gewagten Projekten im digitalen Bereich an. Sehr viel Geld wurde in die Entwicklung von Trainings-Software investiert, was in den Jahren um 2005 zu einer Krise führte, der Verlag war überschuldet.

Diese Überschuldung führte zu einem häufigen Wechsel in der Verlagsführung. Verband und Verlag verstanden sich nicht mehr.

 

  1. Der Verlag heute

2014 wurde der Schritt zu einer professionellen, erfahrenen Verlagsleitung gewagt. Neue Konzepte (Kommunikation und Corporate Design / Identity) wurden erarbeitet.

Die Trennung von etlichen Titeln war unumgänglich, Ballast wurde weggeräumt (14 Tonnen Lehrmittel entsorgt).

Das Sortiment wurde mit modernen Titeln angereichert, welche grossen Anklang finden. So entstanden in den letzten sechs Jahren über 80 neue Titel. Sanft wird auch die Digitalisierung vorangetrieben, bislang anhand von begleitenden oder selbständigen Sticks. Bald schon werden eigene Apps erscheinen.

Heute pflegt der Verlag 245 Titel, jährlich kommen immer noch rund 10 neue Titel heraus. Der Verlag hat das Image nachhaltig aufpoliert; er wird in der Deutschschweiz als kleiner, engagierter Nischenverlag wahrgenommen. 

 

  1. Facts zum Verlag 

Angestellte                      5 Personen mit 165 Stellenprozent

                                     (Assistenz, Finanzen, Vertrieb, Lagerbewirtschaftung)

Verlagsleiter                     Mandatbasis